[Rezension] Stewart O'Nan - Halloween | Roman, Drama






Titel: Halloween
Autor: Stewart O'Nan
Preis: 8,90 €
Seiten: 256 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2005






 
"Halloween, Tag der lebenden Leichen. Die Geister dreier toter Teenager kehren aus dem Zwischenreich zurück nach Avon, Connecticut. Vor genau einem Jahr sind sie hier gestorben: eine rasende Tour über den Highway, die Smashing Pumpkins laut aus den Boxen, ein Joint, hinter ihnen ein Polizeiwagen mit heulender Sirene. Eine scharfe Kurve. Ein Baum. Nun sehen sie nach den Freunden, die den Unfall überlebt haben: Kyle, entstellt und debil, und Tim, völlig unverletzt, aber innerlich "längst tot". So etwas merken Geister, und sie merken auch, dass Tim etwas Schreckliches vorhat. Doch sie können es nicht verhindern, gegen den Willen der Lebenden kommen sie nicht an."

Der Einstieg in das Buch fiel mir unglaublich schwer. Aber beim Einstieg ist es nicht geblieben.
Generell hat mir der enorm hektische Schreibstil dieses Buches, gepaart mit mit der dauernd schwenkenden Sichtweise absolut nicht zugesagt. Ich habe mir mehrmals überlegt, ob ich das Buch nicht abbrechen soll.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht dreier toter Jugendlicher, die bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Grundsätzlich finde ich das eine durchaus interessante Erzählweise. Sie reißt die Geschichte jedoch ziemlich auseinander, da die Geister mal hier, mal dort vorbeischauen, wie es ihnen gerade passt, ohne an Ort und Zeit gebunden zu sein.

Ich persönlich hatte außerdem ziemliche Schwierigkeiten, nachzuvollziehen, was passiert und wie die Charaktere eigentlich zusammengehören (oder wo Charakter xy überhaupt auf einmal herkommt). Mehrmals habe ich ratlos eine Pause eingelegt.

Die Geschichte an sich hat mich zudem nicht wirklich mitgerissen. Schnell wurde mir klar, dass sich hinter dem Titel "Halloween" kein Gruselroman verbirgt, sondern vielmehr ein chaotisch erzähltes, aber simples Drama. Ein klein wenig berührend und beklemmend war die Geschichte schon, aber meistens war ich zu genervt oder verwirrt, um das wirklich zur Kenntnis zu nehmen. Die meiste Zeit über verfolgt man eher ereignislos den Alltag der zwei Überlebenden und deren Eltern sowie eines am Autounfall beteiligten Polizisten, an dem Tag, an dem sich der Unfall nun zum ersten mal jährt: an Halloween. Insgesamt fehlte hier aber die Tiefe.

Der Hauptcharakter entwickelte sich in der Geschichte nicht nennenswert weiter, was ich eigentlich bei so einer Geschichte erwartet hätte. Seine Entscheidungen standen eher schon von Anfang an fest. Fasziniert hat er mich daher kaum.
 
Nachträglich hat die Auflösung der Geschichte dann immerhin für ein bisschen mehr Verständnis gesorgt und dann kam der Moment, wo ich dachte "eigentlich war das ja schon ganz gut!". Die Geschichte wirkte sehr gut abgerundet. Im Nachhinein fand ich das Buch dann zwar zusammenpassend, sowohl vom Schreibstil als auch von der Erzählweise her, aber das konnte aber nicht wieder wettmachen, dass ich mich vorher lange Zeit nur damit gequält habe.


Letztendlich denke ich, dass gerade die Sache mit dem Schreibstil Geschmackssache ist und würde daher nicht grundsätzlich von dem Buch abraten. Die Grundidee und die Sichtweise sind sehr interessant. Für mich war das aber nichts.



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