[Rezension] Richard Laymon - Der Geist

 





Titel: Der Geist
Autor: Richard Laymon
Preis: 9.99€
Seiten: 512 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Heyne Hardcore
Erscheinungsdatum: 11. August 2014



Dr. Coreen Dalton schmeißt zum Ende des Semesters eine kleine Party bei sich zu Hause und lädt einige ihrer Studenten ein. Die hübsche Lana, Keith, Glen, Howard, die schüchterne Angela und die dicke, unausstehliche Doris finden bei Coreen "Corie" ein altes Ouija-Brett im Schrank. Entgegen Coreens Einwänden bauen sie das Brett auf und versuchen Kontakt mit einem Geist aus dem Jenseits aufzunehmen. Und es klappt! Der Geist "Butler" gibt ihnen Hinweise, wo sie in den Bergen Kaliforniens einen Schatz finden können. Die Studenten sind ganz begeistert und brechen sofort in das unzugängliche, abgelegene Gebiet auf. Sie begeben sich auf eine grauenvolle Reise...

Angefangen hat das Buch gut. Man ist direkt ins Geschehen eingestiegen und Laymons Schreibstil ist wie immer locker und wenig anspruchsvoll. Das erste Kapitel macht gleich Lust, die Geschichte weiterzulesen. Ein Geist, ein Schatz irgendwo in den Bergen, eine Gruppe naiver Studenten - das kann ja nur schief gehen. 

Ja, und das ging auch ziemlich schief. Aber anders, als erwartet. "Der Geist" ist für mich ein absoluter Flop. Nicht wenig verantwortlich sind dafür die Charaktere. Laymon hat zwar sehr unterschiedliche Personen geschaffen, die aber alle auf irgendeine Weise dämlich und nervig sind. Und ziemlich stereotyp.

Die ganze Zeit necken und streiten sie sich wie pubertierende Kinder. Und sie nehmen die Bedrohung, der sie in den Bergen begegnen, wirklich nicht ernst, sondern reißen die ganze Zeit nur Witze darüber. Sogar noch, als eine von ihnen angegriffen und eine weitere Studentin fast entführt wurde. Tja, wie soll man dann selbst den Unmenschen, der dort sein Unwesen treibt, irgendwie ernst nehmen?! Allein schon dessen Erscheinung ist ziemlich lächerlich und die fehlende Ernsthaftigkeit der Studenten raubt der Geschichte jedes Potenzial, sich noch als spannend zu entwickeln.

Wie in den meisten Büchern Laymons spielt auch Sex eine nicht gerade geringe Rolle. Welcher hier aber meistens ziemlich daneben ist und einfach nicht angebracht. Na, keiner der Charaktere verhält sich halt der Situation angemessen. Sogar Dr. Dalton (30 Jahre) verhält sich nicht wirklich besser als ihre Schützlinge. Die Story, die grundsätzlich hinter der wirklich schlechten Fassade steckt, ist gar nicht mal so mies. Der Geist "Butler" führt die Gruppe aus einem bestimmten Grund in die abgelegenen Berge und dieses Motiv wird auch kontinuierlich weiterentwickelt. Aber auch das - endlich! - mehr oder weniger aufregende Ende kann dieses Buch nicht mehr retten. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, es würde einfach GAR NICHTS passieren. 450 Seiten musste ich hinter mich bringen, damit sich mal was tut (abgesehen von den Sex-Fantasien der offensichtlich irgendwo bei 13-15 Jahren steckengebliebenen Studenten). Auf den letzten fünfzig Seiten geht dann alles ein wenig zu schnell und auch hier habe ich das Gefühl, dass die Studis den Ernst der Lage mal wieder nicht richtig begreifen. Zu Trauer, Wut, Schmerz, Verzweiflung und richtiger Angst scheint komischerweise keiner von ihnen fähig zu sein. Lohnt es sich also, sich bis zum Ende durchzukämpfen? Definitiv nein. Meiner Meinung ist "Der Geist" ein Buch, das man getrost links liegen lassen kann.

Kurz gesagt: nicht lesenswert. Andere Bücher von ihm fand ich aber durchaus gut, daher wird "Der Geist" trotzdem nicht mein letzter Laymon gewesen sein. Interessant ist vielleicht noch, dass der Autor ja bereits 2001 gestorben ist und die Bücher nach und nach noch ins Deutsche übersetzt werden. Meine Vermutung: die guten Bücher wurden bereits alle übersetzt und jetzt folgt nur noch Schrott. Wer weiß, man darf gespannt sein.




Kommentare:

  1. Huhu!

    Oh, das war ja ein totaler Flop ^^ Bewundernswert, dass du es bis zum Ende durchgehalten und gehofft hast :)
    Vielleicht wird ja das nächste Buch von ihm wieder besser ...

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Ich hab ihn schon vor einigen Jahren aufgegeben. Und mittlerweile erscheint ja so viel Material aus den kleineren Verlagen (Nicht nur Festa), dass ich ihn nicht vermisse.

    Gruß
    Harry

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    1. Ja das stimmt, mittlerweile gibt es wirklich eine gute Auswahl an solchen Sachen :) da sind schon deutlich bessere Bücher dabei

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