[Rezension] Graham Masterton - Irre Seelen

 





Titel: Irre Seelen
Autor: Graham Masterton
Preis: 13.95 €
Seiten: 448 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Festa
Erscheinungsdatum: November 2012


Durch einen Autounfall kommt Jack Reed von der Straße ab, als er nach dem Opfer sucht. Mitten im Wald entdeckt er ein eindrucksvolles verlassenes Gebäude, das früher einmal eine Heilanstalt war. Er will das Haus unbedingt kaufen und es in einen Country Club umbauen. Doch die Anstalt birgt ein düsteres Geheimnis. Alle 135 früheren Patienten, durchweg höchstgefährliche Irre, sind eines Nachts verschwunden. Mit Hilfe von Druiden-Magie sind sie in die Wände des Gebäudes gelangt. Aber sie leben noch immer dort, durch einen Bannzauber von einem Priester eingesperrt, und wollen endlich freigelassen werden. Als Jacks Sohn Randy von den geisteskranken Patienten gekidnappt und ebenfalls in die Wände verschleppt wird, bleibt Jack keine andere Wahl, als ihre Forderungen zu erfüllen. Mit verheerendem Ergebnis - der Bannzauber wird aufgelöst und 135 Irre sind nun wieder auf freiem Fuß. Sie ziehen eine blutige Spur durch das ganze Land und scheinen nicht aufzuhalten zu sein..


Jack Reed war mir von Anfang an nicht sonderlich sympathisch, wenn ich ehrlich sein soll. Er ist total egoistisch und sturköpfig und es ist seine eigene Schuld, dass sein Sohn Randy entführt wurde. Wer nimmt denn schon sein Kind mitten in der Nacht mit in ein längst verlassenes Gebäude, um nach einem Landstreicher zu suchen, der da haust?! Und lässt es dann auch noch alleine... Im Nachhinein erfährt man zwar, dass der Anführer der Irren, Quintus Miller, Jack vermutlich gezielt auf das Gebäude aufmerksam gemacht hat, aber das entschuldigt trotzdem nicht sein egoistisches und absolut unüberdachtes Verhalten (nicht nur an dieser Stelle des Buches).

Auch wenn ich den Hauptcharakter nicht so sonderlich mag (ist ok, kommt bei Horrorbüchern ja oft vor..), hat mir das Buch vor allem anfangs trotzdem sehr gut gefallen. "Irre Seelen" beginnt richtig gruselig, als man zum ersten Mal die Heilanstalt "the oaks" betritt, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Nach den ersten Seiten der Lektüre musste ich mich öfters mal in meinem Zimmer umschauen, ob nicht doch irgendjemand hinter mir steht. Der Autor hat es geschafft, eine richtig beängstigende Grundlage für die Geschichte zu schaffen. Es macht einem schon Angst, wenn man sich vorstellt wie lauter Verrückte direkt in den Wänden der Häuser, aber später auch direkt unter den Straßen, hindurchlaufen, und einen jederzeit schnappen und in den Boden ziehen können.


"'Kannst du sprechen?', frage Randy ihn, während er einen zögerlichen Schritt nach vorne wagte. 'Kannst du die Augen öffnen?' Es gibt keinen Grund für mich, die Augen zu öffnen. Niemand ist so blind wie die, die nicht sehen wollen. 'Wer bist du?', wollte Randy wissen. 'Wieso ist dein Gesicht in der Wand eingemauert?'" (Graham Masterton - Irre Seelen, S. 67)

Im Laufe des Buches wird das Ausmaß des Schreckens zwar immer enormer, aber irgendwie kommt das Gefühl des Entsetzens nicht ganz rüber, die Spannung nimmt eher wieder ab, obwohl die Geschichte wirklich großes Potential hat. Meiner Meinung nach reagieren die Protagonisten, vor allem Jack, oft unangemessen oder zu flach und nicht ganz mit dem nötigen Ernst. Vielleicht ist das aber der Übersetzung zuzuschreiben. Aber allein schon, dass er das Stofftier seines verschleppten Sohnes auch nach dessen Verschwinden immer noch "Kackwurst" nennt, nimmt der Geschichte etwas von der Seriösitiät. Lachen kann ich über die sonderbaren Scherze und Bemerkungen irgendwie nicht, vieles wirkt einfach fehl am Platz.

Was Gewaltdarstellungen angeht, kann ich mich bei dem Buch wirklich nicht beschweren. Wie immer gilt hier natürlich: nichts für jeden. Ausführlichst beschreibt Masterton, wie die Opfer qualvoll in den Boden oder die Wände gezerrt und davor oft noch von den Irren verstümmelt werden. Gut gefiel mir außerdem, dass das Thema der Druiden-Magie bis zum Ende des Buches durchgezogen und weiter entwickelt wurde.

"Irre Seelen" ist an manchen Stellen sehr überzeugend, an anderen eher schwächer. Für das Gesamtpaket gebe ich trotzdem gerne 4 von 5 Zombies. Die Idee an sich ist super und top umgesetzt, mit hoher Portion an Grusel und Gewalt, das manchmal unpassende Verhalten bzw. die Charaktere an sich geben dann aber doch einen Punkt Abzug. Jack Reed pflügt ohne Rücksicht auf Verluste und ganz ohne zu trauern einfach durch die Geschichte..


Kommentare:

  1. Oh, jetzt bin ich doch etwas zwigespalten ^^
    Das Cover und das Thema, vor allem, da es ja mal richtig gruselig scheint, reizt mich total. Aber was du zum Protagonisten schreibst, schreckt mich dann doch irgendwie wieder ab - jetzt bin ich unsicher *g*
    Auf meiner Wunschliste bleibt es auf jeden Fall, mal sehen.
    Auf jeden Fall hast du es wieder sehr gut beschrieben!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Vielen lieben Dank für die Rezi!
    Hätte das bei meiner letzten Bestellung fast mitbestellt, aber hab es letztendlich wieder aus dem Warenkorb entfernt und bin nun fast froh drum :D
    Liebe Grüße
    Steffi

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  3. Ich musste gerade sehr schmunzeln als ich über deine Mini-Zombie Bewertung gestolpert bin. Coole Sache XD Das Buch ist zwar nicht so mein Genre aber dennoch merkt man, dass di viel Mühe in deine Rezis steckst. Mach weiter so!
    LG Anja aka iceslez von Librovision

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  4. Muhaha, wenn das nichts für mich ist? Sehr gute Rezi und wird vorgemerkt!

    Grüßle
    Katie

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  5. Klingt nach einem Buch das ich auch unbedingt mal lesen muss! :D
    Eine tolle Rezi die du geschrieben hast!

    Liebe Grüße

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  6. Ein wunderbares Cover und mein erster Gedanke: Das ist doch bestimmt vom Festa-Verlag :D
    Der hat ja sehr viele nette Exemplare. Leider schrecken mich meist die Preise etwas ab, ein Buch zu kaufen, wo ich mir nicht sicher bin und dieses hier gehört dann wohl dazu :(

    Aber immerhin habe ich Andreas Gruber über den Verlag kennen gelernt :P

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