[Rezension] H.W. Hallert - (k)ein Psychopath

Quelle: Amazon




Titel: (k)ein Psychopath
Autor: H.W. Hallert
Preis: 2.98 €
Seiten: ~29 Seiten
Format: eBook
Verlag: Kindle Edition
Erscheinungsdatum: 23. Dezember 2013




Robert Jekowitsch sitzt in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung. Er fühlt sich unverstanden und ist der Meinung, vollkommen zu Unrecht und aus keinen besonderen Gründen dort eingesperrt zu sein. Seiner Meinung nach hat er alles richtig gemacht, wollte nur 'seine' Frau und sein Mädchen beschützen. Doch zu ihrem Schutz musste er sie auch verunstalten und misshandeln.

Anhand von Tagebucheinträgen erzählt (k)ein Psychopath die grausame Geschichte.



Die Geschichte ist sicherlich für viele überhaupt nichts. Manche werden es wahrscheinlich für total geschmacklos und viel zu schockierend halten und von fünf Punkten (k)einen vergeben, ich empfand die Kurzgeschichte aber als durchaus lesenswert.

(k)ein Psychopath ist tagebuchartig geschrieben. Das finde ich in diesem Fall sehr passend und es vermittelt einen sehr guten und direkten Einblick in das Geschehen. Am Schreibstil habe ich aber hier etwas zu bemängeln, wo ich mir nicht sicher bin, ob das so gewollt ist um den Tagebuchcharakter zu verstärken oder nicht. Die Rechtschreibung und Zeichensetzung nämlich. Vergleichsweise viele Fehler beinhaltet dieses Buch, und ich persönlich lege in dieser Hinsicht auf Korrektheit großen Wert (obwohl ich da selbst sicherlich nicht perfekt bin). Grundsätzlich versteht man natürlich trotzdem alles, sprachlich ist es einfach gehalten. Ohne große Ausschweifungen erzählt der Autor die Geschichte, direkt und gnadenlos.

Besonders faszinierend finde ich, wie der Hauptcharakter Jekowitsch sich selbst sieht. Er ist überzeugt, das Richtige zu tun. Er sperrt eine Frau und ein Kind bei sich ein, weil er sie so vor der grausamen Welt beschützen möchte. Da die beiden damit verständlicherweise aber gar nicht einverstanden sind, greift er zu abstoßenden und extremen (gewalttätigen) Maßnahmen, die seiner Meinung nach nur guten Zwecken dienen. Das ist natürlich schockierend, allerdings kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass es so wohl in den Köpfen einiger Psychopathen vorgehen könnte. Das ist in der Tat sehr beängstigend. Die Direktheit, mit der Jekowitsch seine Taten in seinem Tagebuch niederschreibt verleiht dem Grauen unglaubliche Substanz. Der kaltblütige Einblick in die gestörte Psyche eines Killers ist wirklich gelungen. Viele Leser wird das bestimmt abschrecken, ich würde aber durchaus mehr davon lesen.

Ziemlich schnell ist dieses eBook dann durchgelesen. Wenn es nach mir geht, hätte die Geschichte gerne noch länger sein dürfen, manch einer ist aber bestimmt froh, wenn sie zu Ende ist.

(k)ein Psychopath vermittelt einen faszinierenden und zugleich sehr erschreckenden Eindruck davon, was im Kopf eines Psychopathen vorgehen kann - und wie er diese Vorstellungen umsetzt. Direkt, schockierend und nichts für zarte Gemüter. Vom Umfang her und sprachlich wäre diese Geschichte sicherlich noch ausbaufähig. Von mir gibts 4 von 5 Zombies, da diese Erzählung einfach mal überraschend anders ist und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Aber Achtung: das ist natürlich reine Geschmackssache.



Kommentare:

  1. An sich hört sich das Buch wirklich interessant an.
    Für mich ist es wohl eher trotzdem nichts. :)

    Liebe Grüße
    jelaegbe.blogspot.de

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  2. Hallo,

    das klingt nach schwerer Kost,rein inhaltlich gesehen .Da muss man als Leser glaube ich auf jeden Fall in der richtigen Stimmung für sein.

    Liebe GRüße
    Mary

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  3. Ich liebe Buchvorstellungen.
    Das Buch hört sich wirklich interessant an.
    Leider bin ich garkein Fan von einem Kindle.
    Ich persönlich finde es schade, dass mit der modernen Technik schon Bücher ersetzt werden.
    Ich habe lieber ein richtiges Buch in den Händen.

    Liebst, Luna!
    http://lunaschubertphotography.blogspot.de/

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  4. Wirklich schwierig zu sagen ... irgendwie reizt es mich schon, andererseits weiß ich nicht, ob ich mir das "antun" will. Da ja alles sehr offen beschrieben wird glaub ich, mir reicht schon die Vorstellung.

    Aber interessant finde ich sowas allemal, ich mag gar nicht wissen, wie viele Menschen wirklich so "ticken"

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