[Rezension] Suzanne Collins - Die Tribute von Panem (Tödliche Spiele)

 




Titel: Die Tribute von Panem 1 - Tödliche Spiele
Autor: Suzanne Collins
Preis: 12.95€
Seiten: 416 Seiten
Format: Taschenbuch broschiert
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: März 2012 (Filmausgabe)

Das Land Panem - früher Nordamerika - gliederte sich ursprünglich in 13 Distrikte. Nummer 13 lehnte sich gegen die Regierung auf und wurde daraufhin komplett ausgelöscht. Um die übrigen 12 Distrikte daran zu erinnern, dass sie dem sogenannten Kapitol unterstellt sind, dass die Führung über alle Distrikte hat, werden jährlich die Hungerspiele veranstaltet. Aus jedem Distrikt werden dazu ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren ausgelost. Diese 24 Teilnehmer müssen sich dann in einer vom Kapitol künstlich geschaffenen Freiluftarena bekämpfen, bis nur noch ein Sieger übrig bleibt. 

Am Tag der Ernte fällt das Los auf Katniss' jüngere Schwester Primrose. Katniss meldet sich sofort freiwillig, als Tribut für sie einzuspringen, um die unschuldige kleine Prim zu schützen. Außerdem hat Katniss bessere Chancen, da sie jagen kann. Zusammen mit dem Bäckerssohn Peeta muss sie in der Arena gegen die anderen Kandidaten antreten. Dort stehen sie sich als Feinde gegenüber, doch etwas scheint sie zu verbinden. Sind Peetas Gefühle für Katniss nur gespielt und dienen der Taktik, oder steckt mehr dahinter?

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele ist der Auftakt zu einer dystopischen Triologie. Das Buch ist zwar im Bereich der Jugendromane angesiedelt, kommt aber aufgrund der Hungerspiele natürlich nicht ohne Gewalt aus. Allerdings kommen keine übertrieben blutigen Szenen vor, aber die Teilnehmer müssen ja irgendwie sterben. Schon die Vorstellung, das sich 24 Jugendliche grundlos bis auf den Tod bekämpfen, schreckt bestimmt einige ab, aber ganz grundlos wird das auch nicht so erfolgreich geworden sein, oder?

Die Geschichte finde ich insgesamt plausibel aufgebaut. Eine Regierung, die ihren Einfluss demonstrieren will, in dem sie so ein grausames Event veranstaltet und so allen klar macht, wer die Macht hat und dass es nicht erstrebenswert ist, sich dagegen aufzulehnen, finde ich durchaus glaubwürdig. Die Hungerspiele werden in alle Distrikte übertragen, Zuschauen ist Pflicht. In manchen Distrikten werden die Ernten richtig gefeiert. Und auch das kommt einem bekannt vor, oder? Früher Big Brother, heute Das Dschungelcamp. Die Sender setzen auf immer ekligere, spekatuläre Shows, um die Zuschauerquote in die Höhe zu treiben. Die Geschichte ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dadurch ist sie wahnsinnig fesselnd, denn ich erkenne unsere Gesellschaft darin teils wieder und vielleicht kommt es ja irgendwann wirklich so weit?

Die Hauptperson Katniss ist mir sehr sympathisch. Sie wirkt unglaublich lebendig, nicht wie ein grauer Charakter, sondern wirklich mit Persönlichkeit. Sie ist eigensinnig, will sich nicht ins System einfügen und ihr fällt es schwer, Menschen zu vertrauen. Peeta dagegen macht es sich mit seiner lockeren Art nicht so schwer. 

In der Arena müssen sie dann überleben. Der Schauplatz ist detailreich geschildert, ich kann mir die Arena sehr gut vorstellen. Ganz auf sich allein gestellt sind die Teilnehmer nicht, denn am Füllhorn (Startpunkt) liegen einige Ausrüstungsgegenstände bereit. Ein erster Kampf entbrennt. Und auch weiterhin wird die 'Show' vom Kapitol gesteuert. Passiert lange nichts, wird eben nachgeholfen. Ob mit einem Waldbrand oder anderen miesen Mitteln. Ich war immer gespannt, was wohl als nächstes passieren wird. Ein Punkt hat mich hier aber gestört. Zwar wurden einige Teilnehmer schon vorher auf die Spiele getrimmt und direkt vor Beginn gab es für alle spezielle Trainingstage, aber trotzdem habe ich erwartet, dass von den 24 Leuten doch mindestens einer verzweifelt in der Arena zusammenbrechen müsste? 'Teilnahmslos' wäre übertrieben, aber die meisten kamen mir eher stahlhart vor. Klar will man in so einer Situation einfach nur überleben, aber vielen Tributen schien die Sache sogar eher Spaß zu machen. Ich habe mir das ganze irgendwie noch dramatischer, verzweifelter, vorgestellt, aber so eine negative Stimmung ist kaum auf mich übergeschwappt.

Das Ende finde ich dann aber sehr gelungen. Katniss legt sich durch ihre Entscheidungen, mehr oder weniger nicht wissentlich, mit dem Kapitol an. Eine gute Überleitung zu einem zweiten Teil.

Tödliche Spiele ist ein sehr gelungener erster Teil mit tollen Hauptcharakteren. Allerdings nicht ganz perfekt, denn die Hoffnungslosigkeit, die in so einer Situation herrschen müsste ...(meiner Meinung nach), von der hab ich kaum was gemerkt. Sonst aber ein durchaus spannendes Leseerlebnis.



Kommentare:

  1. Huhu!
    An den Aspekt, den du kritisiert, hab ich beim Lesen gar nicht gedacht, wäre mir überhaupt nicht aufgefallen :) Ich denke, gerade die älteren Jugendlichen waren ja teilweise schon darauf vorbereitet worden und es gibt ja immer solche, denen sowas Spaß macht ... aber es hätte natürlich schon auch manche geben müssen, die dem ganzen nicht standhalten.
    Ich war von dem Buch auf jeden Fall begeistert! und auch von den beiden Folgebänden ^^

    GLG Aleshanee
    Weltenwanderer

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    1. die Folgebände werde ich mir bestimmt auch mal zulegen, eilt aber nicht

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  2. es gitb mir immer ein schönes Gefühl Buchrezensionen zu lesen, erinnert mich an meinen Ausbildungszeit die ich in einer Buchhandlung absolbiert habe, dort mussten wir auch immer welche schreiben <3
    Ich kann mich noch genau erinnern wie die kleinen zwölf Jährigen Mädels über die Blutschlachten geschwärmt haben, bevor das im Kino war!:)
    Bücher sind schon klasse <3
    liebe Grüße
    vonn Jule von
    www.feuer-fangen.blogspot.de

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  3. Ich muss gestehen, dass ich mich selbst lange geweigert habe, diese Bücher zu lesen. Anfangs, weil mir das Thema nicht zusagte, später dann, weil es zu beliebt wurde. Viele wollen es lesen, ohne wirklich zu begreifen, was hier thematisiert wird und ich finde in deiner Rezension kommen die wichtigen Aspekte zum Vorschein. Und auch deine Kritik kann ich verstehen, wobei ich finde, dass man es Katniss selbst schon amerkt. Und einen richtigen, tieferen Blick auf die anderen Teilnehmer bekommt man einfach gar nicht, also wer weiß, was sich in den Köpfen der anderen abspielt?
    Liebe Grüße von deiner neusten Leserin!

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    1. stimmt, Katniss merkt man das schon an, und von den anderen kriegt man wirklich nicht viel mit ;) hätte mir in dem Punkt aber trotzdem etwas mehr Dramatik gewünscht

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  4. sorry wegen der Tippfehler, meine Finger sind noch nicht ganz dynamisch :D

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  5. Ja ja, das war schon ein spannendes Buch und überhaupt eine echt gelungene Reihe. Ich habe die Bücher schon recht früh und direkt nach Erscheinen gelesen und fand das gerade damals total angenehm, dass nach "Twilight" und Co. mal was wirklich Ernstes und düsteres so gut geschrieben war.

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  6. Deine Rezi ist toll! Und sie spricht wirklich gute Punkte an. Das mit der Medienkritik fand ich wirklich gut gemacht.
    Das die Teilnehmer so 'stahlhart' rüberkommen ist mir nicht so bewusst geworden. Ich denke sie wurden einfach drauf vorbereitet oder haben sich mit der Situation so weit abgefunden. Aber ein guter Punkt! :)
    Bei mir hat das Buch auch 4 von 5 Punkten erhalten. Die Folgebände fand ich auch gut, wobei ich dich nicht spoilern will! Irgendwann wirst du sie vielleicht auch lesen :)

    Liebe Grüße

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  7. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe.
    Du hast auf jeden Fall mal einen krass anderen Blog als man es sonst so kennt, aber mir gefällt es unglaublich gut. Daher bin ich direkt Leserin geworden

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

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