[Rezension] Stephen King - Mr. Mercedes | Hörbuch






Titel: Mr. Mercedes
Autor: Stephen King
Gelesen von: David Nathan
Preis: 19,99 €
Dauer: 16 Stunden 30 Minuten
Format: Hörbuch / 3 CDs
Verlag: Random House Audio
Erscheinungsdatum: 08. September 2014




"Ein Mercedes SL 500 – »zwei Tonnen deutsche Ingenieurskunst« – rast in eine Menschenmenge. Es gibt viele Todesopfer, der Fahrer entkommt. Der Wagen wird später gefunden. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Clownsmaske, das Lenkrad ziert ein grinsender Smiley. Monate später meldet sich der Massenmörder und droht ein Inferno mit Tausenden Opfern an. Stephen King, der Meister des Schreckens, verschafft uns in Mr. Mercedes beunruhigende Einblicke in den Geist eines besessenen Mörders bar jeglichen Gewissens."


Mr. Mercedes ist der erste Teil der Bill-Hodges-Trilogie. Als Buch sind alle drei Teile bereits erschienen.

Brady Hartsfield ist Mister Mercedes. Relativ früh wird der Mörder zahlreicher Menschen namentlich genannt. Er fuhr mit seinem Mercedes in eine Schlange Arbeitssuchender, die auf die Öffnung einer Jobbörse warteten. Und wurde bisher noch nicht geschnappt. Bill Hodges, der damals in diesem Fall ermittelt hat, ist mittlerweile im Ruhestand und in einen langweiligen Trott verfallen. Doch dann meldet sich "Mr. Mercedes" bei ihm. Mit der Ankündigung bald noch ein viel schlimmeres Verbrechen zu begehen. Das rüttelt den pensionierten Detektiv wieder auf. Zuerst macht dieser auf eigene Faust Jagd nach dem Verbrecher, holt sich aber bald noch einen Verbündeten hinzu - den jungen Jerome aus der Nachbarschaft, der sonst nur Hodges' Rasen mäht und ab und zu bei Technikfragen zurseite steht.

Interessant sind auch die Einblicke in das Leben der Charaktere und in deren Gedanken. Neben Brady, Bill und Jerome gibt es noch weitere Personen, die man kennenlernt. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Perspektiven ist dabei sehr abwechslungsreich.

Besonders gespannt war ich darauf, was wohl im Kopf von Mr. Mercedes vorgeht. Erstaunlicherweise fand ich dann aber auch die Einblicke ins Leben des Detektivs nicht schlecht. Hier liegt eindeutig die Stärke von Stephen King. Er schafft es einfach immer wieder, Charaktere extrem lebendig und facettenreich erscheinen zu lassen und mit detailreichen Beschreibungen die Umgebung, die Sachverhalte und das Drumherum zum Leben zu erwecken.Man weiß ja schon, wer der Attentäter ist, sogar was und wo er arbeitet. Dennoch ist es ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das noch beängstigender wirkt, weil man weiß, dass der Mörder ganz in der Nähe lauert. Und dass dieser ziemlich gewissenlos ist.

Als letztes sei noch gesagt, dass in dieser Geschichte tatsächlich komplett auf Übernatürliches verzichtet wird. Sowas verbaut King ja sonst ganz gern, "Mr. Mercedes" ist aber ein sehr realer Krimi.

Der Sprecher / Das Hörerlebnis

Gelesen wird das Buch von David Nathan, der Synchronsprecher von z.B. Johnny Depp ist. Gesprochen hat er von King schon einige Bücher. Wie ich finde, passt das auch sehr gut. Er hat eine klare, angenehm tiefe Stimme, und kann verschiedene Personen so sprechen, dass es sich sehr gut, aber nicht gekünstelt oder übertrieben anhört.
Ich habe ihm sehr gerne zugehört. Das Hörerlebnis war vielseitig und lebendig, aber nicht "überdreht". Gleichzeitig irgendwie fesselnd, keineswegs so, dass man abschweift. Die Gefühlslagen der Charaktere sind sehr gut rübergekommen, aber auch Szenenbeschreibungen waren keineswegs langweilig.
Von Anfang an fiel es mir leicht, ihm zu folgen. Bei manch anderem Sprecher hat es da schon deutlich länger gedauert, bis ich mich mit dem Lesestil anfreunden konnte.

Dieses Hörbuch hat mich wirklich gut unterhalten. Anfangs war ich skeptisch, ob mich die Geschichte überzeugen kann. In Verbindung mit dem sehr guten Sprecher hat sie das aber auf jeden Fall getan.
Ich vergebe sehr gute 4 "Zombies" und eine Hörempfehlung. Ein Stern Abzug, einfach weil es andere Geschichten Kings gibt, die mir etwas besser gefallen und mich nachhaltiger begeistern konnten.


 

[Rezension] Bettina Wagner - Das fünfte Opfer | Krimi

 




Titel: Das fünfte Opfer
Autor: Bettina Wagner
Preis: 3,49 €
Seiten: 165 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Digital Publishers
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016

Die Wiener Kommissarin Marlies Mittermann muss die Leitung einer Mordserienermittlung übernehmen, die bis vor kurzem noch ihr Mann geführt hat. Allerdings hat sie gleichzeitig die Scheidung eingereicht - ganz zur groben Verärgerung ihres Gatten Helmut. Dieser versucht nun alles, um ihr die Ermittlungen schwer zu machen, während es immer mehr Tote gibt.

Mit effektiv nur etwas über hundert Seiten ist dieser Krimi recht kurz, dadurch andererseits aber auch recht knackig und rasant. Die Story selbst klang vielversprechend, die Umsetzung war jedoch etwas holperig. Mir persönlich war leider sehr früh klar, wer der Mörder ist. Interessant war dann eher, wann und wie er wohl geschnappt werden würde. Aber hier habe ich dann die Schritte, die letztlich zur Erkenntnis führten, nicht so hunderprozentig nachvollziehen können. Der finale Showdown kam etwas sehr prompt.

Nichtsdestotrotz hat mich der Krimi gut unterhalten, denn es waren viele Tatortuntersuchungen, lebendige Dialoge und einige Leichen vorhanden. Kurz gesagt, es war immer was los und ich war gespannt, was wohl als nächstes geschehen würde. Daher mal weiter zu denen, die überhaupt etwas passieren lassen.

Die beiden Protagonisten, Marlies und Helmut, waren für mich keine Sympathiepersonen. Helmut war natürlich als Bösewicht gedacht und so kommt er mit seinen fiesen Sticheleien, die er von sich gibt, auch rüber. Bei Marlies hätte ich dagegen erwartet, dass man Mitleid mit ihr haben müsste. Familiär steht sie ganz allein da und wird dann zudem von ihrem Noch-Ehemann im Beruf sabotiert, in dem sie es als Frau eh schon sehr schwer hat. Allerdings wurde sie so als verwöhntes Mädl dargestellt, die ohne die Hilfe ihres sehr einflussreichen Vaters wohl in ihrem Leben nichts erreicht hätte, dass ich tendenziell eher eine Abneigung gegen sie habe, als sie bemitleiden zu können. Diesbezüglich ist nämlich auch keinerlei Einsicht zu erkennen. 
Insgesamt fand ich die Charaktere, nicht nur diese beiden, überwiegend sehr stereotyp.

Kurz abschließend zum Schreibstil. Der war leicht verständlich und flüssig, die Dialoge locker. Mich erinnerte die Sprachwahl etwas an diese Heimatromane, die hier in den letzten Jahren immer mal wieder aufgeploppt sind. Ich sag mal so: Man merkt, dass das Buch von einer österreichischen Autorin stammt. Zwei Wörter haben es sogar ins Glossar geschafft ;) Das ist ja aber an und für sich nichts Schlechtes und verleiht dem Buch eine gewisse Natürlichkeit.

Auch, wenn ich bezüglich der Storyumsetzung und der Charaktere nicht ganz überzeugt bin, fand ich das Buch nicht schlecht und habe es an nur zwei Abenden verschlungen. Der Erzählstil hat immer Lust auf mehr gemacht und es haben auch gerade diese duellierenden Hauptcharaktere, die beide ihren eigenen Willen durchsetzen wollen, dafür gesorgt, dass ich das ich Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Insgesamt fehlte mir aber eine überraschende Wendung, ein Wow-Effekt, und somit vergebe ich gute 4 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung.


Anmerkung: Rezensionsexemplar. Vielen Dank!


[Neuerscheinungen] November 2016

Das Wetter ist momentan wie gemacht, um sich abends mit einem spannenden Buch ins Bett zu verkriechen, oder wahlweise an einen anderen gemütlichen Leseort. Daher stelle ich diesen Monat wieder 5 ausgewählte Neuerscheinungen vor, die euch vielleicht dabei helfen, eine neue Lektüre auszuwählen.

Der Thriller "Ewiges Eis" hat mich zugegebenermaßen hauptsächlich wegen dem Cover angesprochen. Sieht aus, als wäre es genau das Richtige für die immer kälter werdenden Tage...

... bei "Wer Furcht sät" hat mich dagegen der vor allem der Plot angelacht und mich dazu gebracht, das Buch hier mit aufzunehmen.

"Rache" ist bereits der zweite Teil aus Jeff Menapaces Trilogie "Das Spiel". Der erste Teil erschien im Juli dieses Jahres und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Auf Teil 2 bin ich daher schon sehr gespannt.

Mit "The Extinction Cycle" (Teil 1) erschient Ende des Monats der Auftakt einer in den USA extrem beliebten und auf Amazon überwältigend gut bewerteten postapokalyptischen Thriller-Reihe nun auch auf Deutsch. Das werde ich mir auf jeden Fall mal genauer ansehen.

"30 Sekunden zu spät" kann ich persönlich wirklich überhaupt nicht einschätzen. Der Klappentext hat mich allerdings sehr neugierig gemacht. Es soll wohl ein All-Age-Roman sein, der sich mit dem Butterfly-Effect beschäftigt.

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Giles Blunt - Ewiges Eis

Erscheinungstermin: 02.11.2016 | Taschenbuch
Seiten: 448 | Verlag: Knaur | Genre: Thriller

"Algonquin Bay, Kanada: In einer kalten Nacht wird Detective John Cardinal zu einem Mordfall gerufen. Auf dem Parkplatz eines Motels liegt eine Männerleiche mit einem Stiefelabdruck an der Kehle – offenbar ein Mord aus Eifersucht. Die Geliebte des Mordopfers ist verschwunden. Kurz darauf wird, angekettet in einem verlassenen Hotel im Wald, die Frau eines Politikers aus Ottawa erfroren aufgefunden. Seine Ermittlungen führen Cardinal tief in die Arktis, auf die Spur eines jahrzehntealten ungesühnten Verbrechens bei einer Polarexpedition …" 



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Tony Parsons - Wer Furcht sät

Erscheinungstermin: 11.11.2016 | Taschenbuch
Seiten: 319 | Verlag: Bastei Lübbe | Genre: Krimi

"In London macht eine Bürgerwehr, der Club der Henker, Jagd auf böse Menschen – auf Pädophile, Mörder, Hassprediger – und erhängt sie. Mit diesen Fällen von Lynchjustiz beginnen für Detective Max Wolfe seine bisher schwierigsten Ermittlungen. Denn wie fängt man Mörder, die von der Öffentlichkeit als Helden gefeiert werden? Seine Spurensuche führt ihn tief unter die Stadt, in den Untergrund Londons mit seinen vielen stillgelegten Tunneln und Geisterstationen. Doch ehe Max den Club der Henker stellen kann, muss er am eigenen Leib erfahren, wie schmal der Grat zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld ist …"



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Jeff Menapace  - Das Spiel - Rache (Teil 2)

Erscheinungstermin: 14.11.2016 | Taschenbuch
Seiten: 432 | Verlag: Heyne Hardcore | Genre: Horror
 
"Im Herbst 2008 wurde die Lambert-Familie im amerikanischen Hinterland Opfer der Fannelli-Brüder. Von den beiden Verbrechern überwältigt, mussten die Lamberts buchstäblich durch die Hölle gehen. Sie haben überlebt – und zurückgeschlagen. Doch es ist noch nicht vorbei, denn die Fannellis haben Freunde, sehr gute Freunde. Das Spiel geht weiter …  "





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Nicholas Sansbury Smith - The Extinction Cycle (Buch 1: Verpestet)

Erscheinungstermin: 29.11.2016 | Taschenbuch
Seiten: 432 | Verlag: Heyne Hardcore | Genre: Thriller / Postapokalyptisch

"In den Geheimlabors des amerikanischen Militärs gerät eine Biowaffe außer Kontrolle. Innerhalb von Tagen rast die Pest um den Globus und rottet den größten Teil der Menschheit aus.

Buch 1: Alles beginnt in Vietnam, wo US-Soldaten VX99 injiziert wird, ein experimentelles Medikament, das zu Halluzinationen führt und sie in wahnsinnige Tötungsmaschinen verwandelt.

Wir müssen einen grausamen Preis zahlen!"


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Kaja Bergmann - 30 Sekunden zu spät

Erscheinungstermin: voraussichtlich Ende November 2016 | Broschiert
Seiten: ca. 160 | Verlag: Bookspot Verlag | Genre: All-Age-Roman

„Der 12. September 2015. Ich weiß, dass ich gerade im Seniorenheim stehe. Ich weiß, dass ich meinen Opa besuche. Ich weiß, wer ich bin. Nepomuk. Ich bin Nepomuk. Mein Opa weiß es nicht.
Meine Freundin holt mich ab, Miranda. Wir packen unsere Sachen und fahren los, Richtung Nordsee. Einfach so, von einem Moment auf den anderen, ganz spontan. Ich hasse Spontanität!
Wir kommen in Büsum an, mein Kopf tut weh, immer öfter, immer stärker. Miranda fühlt sich verfolgt, immer öfter, immer stärker. Doch ich nehme sie nicht ernst, bin abgelenkt, suche etwas. Etwas. Etwas stimmt nicht, etwas ist seltsam – was läuft hier falsch? Ich weiß es nicht.
Und dann … Tod. Zu spät. Nur ein wenig, nur 30 Sekunden. Nur 30 Sekunden früher, dann wäre … Vielleicht wäre dann alles anders.“ 
 
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Auf welche Neuerscheinung freut ihr euch diesen Monat besonders?

|Aktion| „Halloween-Lesewoche Tag 8“ | Rezension: Brett McBean - Das Motel



Letzter Tag der Halloween-Lesewoche von Life4Books und LeseBlick! An dieser Stelle vielen Dank an euch beide fürs Organisieren. Da waren wirklich schöne Ideen und interessante Beiträge dabei.

Tagesaufgabe 31.10.2016:
Same procedure as every year? Yes James! Wir wollen uns gruseln! Zeige uns in Form einer Kurzgeschichte, einem Prolog, einem Kapitel, einem Gedicht, einer gezeichneten Kurzgeschichte/Szene … welche schaurige künstlerische Schreibader in dir steckt!

Meine Antwort:
Die Idee finde ich an und für sich nicht schlecht und habe heute auch schon einige Geschichten anderer Teilnehmer gelesen. Ich persönlich habe zwar angefangen, etwas zu schreiben, allerdings artete das schnell in Frustration aus. Ich bin da weder sehr begabt, noch besonders geduldig. Stattdessen habe ich mich entschieden, für die heutige Aufgabe den Joker einzusetzen. Passenderweise bin ich gerade mit meinem Lesewochen-Buch fertig geworden und möchte euch die Rezension nicht vorenthalten.






Titel: Das Motel
Autor: Brett McBean
Preis: 13,95 €
Seiten: 384 Seiten
Format: Taschenbuch
Verlag: Festa
Erscheinungsdatum: 09. April 2012
Ein Ehepaar … zwei Ganoven … ein junger Mann … ein perverser Serienmörder … Sie sind Fremde. Sie haben sich nie zuvor gesehen.

Doch in einer Nacht des Grauens werden ihre Schicksale für ewig miteinander verflochten. Und jetzt wollen sie alle nur noch das Gleiche: Die Nacht im Lodgepole Pine Motel irgendwie überleben …

(Klappentext)
Es ist Halloween. Ein Sturm bahnt sich an. Ein abgelegenes Motel, mitten in einer bergigen, stark bewaldeten Landschaft. Und die Kundschaft ist höchst ungewöhnlich: Ein Ehepaar, zwei Freunde, ein Mörder und sein Opfer - und sie alle haben eine Leiche am Hals. Sie sind durch schicksalshafte Ereignisse miteinander verknüpft und ganz zufällig im selben Motel abgestiegen, wie es nur in einer fiktiven Story passieren kann. Im echten Leben unwahrscheinlich, der Geschichte tut das aber keinen Abbruch.

Zugutehalten kann man dem Buch, dass die Personen unglaublich lebendig wirken. Sie haben alle so ihre Macken, reden, wie es echt Leute auch tun würden, und sind teilweise sehr unterhaltsam. Aufgrund dessen und wegen des flüssigen, leichten Erzählstils liest sich das Buch sehr gut.

Das Buch ist an und für sich durchaus spannend, lebt aber nicht so sehr von der Handlung oder einem ausgeklügelten Plot, sondern eher von der Bedrohung, die vom unberechenbarsten und gefährlichsten Mörder ausgeht. Ansonsten ist es eher ein stupides (aber gut dargestelltes) Gemetzle und Gefoltere.

Typisch für die Romane dieses Verlags wird auch hier kein Blatt vor den Mund genommen. Folter, Sex, Vergewaltigungen gibt es zur Genüge, extrem und detailreich. Wem das nicht gefällt, der wird an dem Buch vermutlich keinen Spaß haben. 

Beendet habe ich "Das Motel" mit gemischten Gefühlen. Einerseits fand ich die Idee, die Umgebung und die Figuren nicht schlecht, andererseits war es insgesamt doch einen Ticken zu pornographisch und an manchen Stellen wirkte das Buch sogar durch Sexszenen einfach nur gestreckt. Ich persönlich hätte mir da an manchem Punkt eher ein spannenderes Katz-und-Maus-Spiel gewünscht bzw. erwartet. Insgesamt in Ordnung, aber meiner Meinung nach kein Must-Read.